Martin Gerbert : De Cantu Et Musica Sacra : A Prima Ecclesiae Aetate usque ad praesens tempus / Auctore Martino Gerberto Monasterii et Congr. S. Blasii in Silva Nigra Abbate S. Q. R. I. P.
St. Blasien, 1774. – Band II (von 2)
Quart-Format : 25 × 21 cm.
Kollation : [6] Blätter, 409 Seiten, [14] Bl., 112 S. (Noten, teils orig. gefaltet). – Band II in sich komplett : Seite für Seite auf Vollzähligkeit und Erhaltung geprüft. Ohne den im selben Jahr erschienenen Band I
Fester Halblederband der Zeit. Vorderes Gelenk mit einem Leinenstreifen notdürftig repariert. Buchdeckel und Rücken etwas bestoßen, Fuß des Rückens stärker betroffen. Zwei Stempel auf Titelblatt (als Dublette erworben). Papier insgesamt in schöner, fester Erhaltung, nur leicht stockfleckig. Zahlreiche hübsche Holzschnittvignetten.
Über den Verfasser : “Gerbert entstammte der Adelsfamilie von Hornau und erhielt seine erste Erziehung in Freiburg/Br. 1736 wurde er Mönch im Kloster St. Blasien und war dort Lehrer für Theologie. Reisen führten ihn nach Deutschland, Frankreich und Italien. Er sammelte Materialien zur mittelalterlichen Liturgie- und Musikgeschichte.Am 15. Oktober 1764 wurde Gerbert Fürst-Abt von St. Blasien. Unter seiner Herrschaft entwickelte sich St. Blasien zu einem bedeutendes Zentrum der methodischen Geschichtsforschung. Er wehrte sich gegen den Josephinismus des österreichischen Landesherrn, veröffentlichte seine dreiteilige Historia Nigrae Silvae (1783-1788). Auf Gerbert geht das Unternehmen der Germania sacra zurück, einer Beschreibung der Diözesen in Deutschland. Sein Interesse für die Musik führte zur Bekanntschaft mit Christoph Willibald Gluck, der sein Freund wurde. – Fürstabt Martin Gerbert ließ nach der Brandkatastrophe von 1768 die berühmte Rundkirche von St. Blasien errichten (bis 1783). – Im Jahr 1791 gründete der Fürstabt von St. Blasien die Rothaus-Brauerei – heute “Badische Staatsbrauerei Rothaus” – als Maßnahme zur Förderung der Wirtschaft in seinem Schwarzwälder Herrschaftsgebiet.Da Gerbert zunächst mit der Verwaltung der Klosterbibliothek betraut war, begann er mit kirchengeschichtlichen Studien. Das Spezialobjekt seiner Untersuchungen wurde die Geschichte des Kirchengesangs im Mittelalter. In der Folge entwickelte er sich zu einem der bedeutendsten Musikhistoriker der Neuzeit. 1760 sammelte er auf den oben erwähnten Reisen Abschriften mittelalterlicher Traktate über Musikgeschichte und -theorie aus Klosterbibliotheken. In Bologna freundete er sich mit Padre Martini an; beide tauschten ihre reichen Erfahrungen aus. Das erste Ergebnis war der Reisebericht Iter Alemannicum…. Es folgten das bedeutende Werk De cantu…, Monumenta… und schließlich Scriptores ecclesiastici… Die letzte Schrift – eine umfangreiche Quellensammlung in drei Bänden – umfasste die wesentlichen musiktheoretischen Schriften vom 3. Jahrhundert bis zum Ausgang des Mittelalters und war in der Folgezeit von größter Bedeutung für das Studium der mittelalterlichen Musikgeschichte.” (Dompfarrei St. Blasius, St. Blasien, Schwarzwald).
375 EUR