Johannes Nas : Concordia

CONCORDIA / Alter vnnd newer, guter, auch böser Glaubens strittiger lehren, verglichne beschreibung : mit fridgiriger bitt, vnd vermanung, … / F. Ioan. Nass, S.A.C

München, gedruckt bey Adam Berg, 1583.

Kollation : [10 Bl.], 257 Bl., [1 Bl.]. – Mit mehreren Textholzschnitten (davon der Holzschnitt “Jerusalem” dreimal identisch wiederholt).

Bibliographische Referenz : VD 16 N, 118.

Flexibler Pergamentband der Zeit, Bindung teils beschädigt, insgesamt aber immer noch ausreichend fest. Rücken mit späterem Bunpapier überklebt. – Schließbänder fehlen, Pergament fleckig u. wellig. Unwesentlicher Wurmgang, der sich in die vord. Blätter fortsetzt. Vorsatzpapiere knittrig u. mit Eckabrissen. Bindung der ersten Lage nur mehr zur Hälfte fest. 5 Blätter mit stärkeren Wurmgängen im weißen unteren Steg, desweiteren einige unwesentliche Wurmgänge am Vorderschnitt sowie andere kleinere Papierläsuren. Mäßige Papierbräunung.

“NAS (Nasi) Johannes, Franziskaner, Weihbischof in Brixen, * 19.3. 1534 in Eltmann b. Bamberg, + 16.3. 1590 in Innsbruck. – Zunächst Schneider, war er bald wandernder Geselle in Nürnberg, Regensburg, Augsburg, München. In seiner Jugend begeisterte er sich für Martin Luther. Nachdem er jedoch die »Nachfolge Christi« studiert hatte, konvertierte er, wurde katholisch (1552) und trat in das Franziskanerkloster in München ein. 1553 legte er seine Gelübde ab. Immer noch war er als Schneider im Kloster tätig. Nach seiner Priesterweihe im Jahre 1557 übersiedelte er 1559 in das Kloster in Ingoldstadt. Nun begann er ein Universitätsstudium, wirkte 1560 als Kontroversprediger, übernahm 1566 das Predigtamt in Straubing und wurde 1567 von Kardinal O.v. Truchseß als Prediger zur Provinzialsynode in Dillingen berufen. 1567 traf er als Prediger in Ulm und Bruck an der Ammer ein. Dann kam er als Prediger nach Würzburg, wurde 1569 Custos der Straßburger Ordensprovinz, weilte 1571 beim Generalkapitel in Rom. Dort war er als Prediger vom Papst und von den Kardinälen sehr geschätzt. Der Papst schenkte ihm den Titel: »Sedis apostolicae concinator«. Ferdinand II. berief ihn nach Innsbruck, wo er in Nachfolge des Petrus Canisius Hofprediger wurde. Als solcher geriet »der wortgewaltige und streitsüchtige Franziskaner« (J. Gelmi) schnell mit den Jesuiten in Streit. Trotz allem erwarb sich N. für die Errichtung der Tiroler Franziskanerprovinz große Verdienste. Bald darauf wurde er (1580) Weihbischof in Brixen. Auch da gab es Streit um ihn: 1583 brach ein offener Konflikt aus mit dem Brixner Generalvikar Adam von Arz. 1585 wurde dieser in Rom beigelegt. Nach kurzem Aufenthalt in Lambach in Oberösterreich kam N. 1586 wieder nach Brixen. Im selben Jahr erfuhr N. auch starke Anfeindungen von seinen eigenen Ordensbrüdern. Lapidar umreißt Gelmi die Persönlichkeit des N.: »N. war begabt, aber exzentrisch und an vielen Konflikten durch seine grobe Art selbst schuld. Er erwarb sich um die Erneuerung der Tiroler Kirche große Verdienste.« (S. 494)…” (Bautz, Biographisch-bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. XIV. (1998) Sp. 1299-1301, Autor : Ekkart Sauser)

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